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Das ehemalige Stammhaus der Mendelssohn-Bank, Jägerstraße 51, als Sitz einer Abteilung des Reichsfinanzministerium, 1942.
Mendelssohns im "Dritten Reich"

Eine deutsche Familie im totalitären Staat

Franz von Mendelssohn II (1865 - 1935) erwirbt Anerkennung als Bankchef, patriotischer Monarchist und schließlich loyaler Republikaner - ein eindrucksvoller deutscher Wirtschaftsführer. Die fünfte Generation wird durch den rassistischen Zeitgeist zur Auseinandersetzung mit der eigenen Herkunft provoziert. Albrecht Mendelssohn Bartholdy (1874 - 1936), ein Enkel von Felix, profiliert sich im Ersten Weltkrieg als pazifistischer Jurist. In der Weimarer Republik soll sein mit Hilfe der Warburg-Bank in Hamburg realisiertes "Institut für auswärtige Politik" den Deutschen die unbekannten Dimensionen der Staatengemeinschaft und des internationalen Rechts nahebringen. Er stirbt im Exil in Oxford, ein Jahr nach den beiden Berliner Bankchefs, Franz von Mendelssohn II und Paul von Mendelssohn-Bartholdy (1875 - 1935). Wie viele ihrer Verwandten emigrieren im "Dritten Reich" auch Eleonora (1900 - 1951) und Francesco von Mendelssohn (1901 - 1972), sie Schauspielerin, er Cellist. Das Geschwisterpaar der sechsten Generation hatte die Roaring Twenties wild und glamourös erlebt, verliert aber, aus steinreichem Bankiershause stammend, im amerikanischen Exil auf tragische Weise den letzten Halt. 1938 wird Mendelssohn & Co. auf Drängen der Nationalsozialisten durch die Deutsche Bank liquidiert. Während des Krieges wählen zwei Mitglieder der Mendelssohn-Familie, Elisabeth Westphal (1865 - 1942) und Marie-Louise Hensel (1894 - 1942), kurz vor der Deportation bzw. in Gestapo-Haft, den Freitod. Manche ihrer Verwandten tauchen unter, werden ihres Vermögens beraubt, legen den "jüdischen" Namen ab, werden im letzten Moment für Unsummen zur Ausreise freigekauft oder aufgrund ausländischer Intervention aus dem KZ entlassen. Andere fallen als Angehörige der Wehrmacht.